Kirtan Kriya. Eine ÜBUNG zum jung werden?
Shownotes
Spaziergang 45: Kirtan Kriya. Eine ÜBUNG zum jung werden?
Hallo und herzlich willkommen bei Walk & Talk mit Ida. Heute, du hörst es schon, wieder aus meinem Arbeitszimmer. Ab morgen denke ich auch wieder vom Westerwald aus, von draußen. Schön, dass du da bist. Ich muss mich als Erstes entschuldigen, dass es die letzten drei Tage kein Walk and Talk gab, aber tatsächlich war ich komplett neben der Spur und habe die drei Tage gebraucht, um wieder ein bisschen zu mir zu kommen.
Daher gibt es jetzt, wie immer montags, unsere Übung. Und ich hatte ja vor einiger Zeit schon darüber gesprochen, nämlich über diese Übung, die dir hilft, dich zu verjüngen. Ja, tatsächlich, du hörst das richtig. Epigenetisch, die Genetik, die auch während unseres Lebens Dinge verändert, die wird damit positiv beeinflusst.
Das heißt, du wirst epigenetisch eher jünger als vorher und es hilft, um mental besser bei der Sache zu sein. Tatsächlich musste ich die Übung jetzt auch relativ viel machen die letzten Tage, um wieder in die Spur zu kommen. Aber es hilft auch insgesamt kognitiv, dass man einfach mental besser wird. In Studien wurde bewiesen – ich hatte dir damals ja auch schon erzählt – dass man weniger schnell auch kognitiv altert. Erinnerungsvermögen, Denkfähigkeit und so weiter bleiben besser und länger erhalten.
Insgesamt eine total schöne Sache und vor allem das Gute ist auch eine total einfache Sache. Okay, der Name klingt ein bisschen esoterisch, die Übung ist es gar nicht. Der Name ist ja Kirtan Kriya und das Ganze kommt aus dem Kundalini Yoga und wie gesagt, lass dich bitte nicht davon abschrecken. Am Ende, wenn man es rein physiotherapeutisch sieht, ist es eine sogenannte multimodale kognitive Übung. Kognitiv, weil es mit dem Kopf zu tun hat. Multimodal, weil du dabei sprichst, wenn du möchtest auch singst, aber das ist zumindest gerade für Anfänger nicht verpflichtend oder sowas, sondern sprechen ist besser, als es gar nicht zu machen.
Du berührst deine Finger und bist eben dabei auch im Kopf mit dabei. Du hast den Kopf, du hast die Fingerberührung, du hast die Stimme – damit multimodal. Und ja, wie läuft das jetzt ab? Das Ganze dauert zwölf Minuten und ich bin mir sicher, dass du die zwölf Minuten findest. Paulchen ist auch mit hier übrigens, der versucht gerade, meinen Tisch abzuräumen.
Die zwölf Minuten, die schaffst du. Die schaffst du zu finden und die schaffst du zu machen. Da bin ich völlig überzeugt von, wenn du das denn möchtest. Das ist ja immer die Sache. Diese Übung ist für deine Inspiration. Wenn du Lust hast, dann mach sie. Wenn nicht, dann nicht. Ich kann dir immer nur die Sachen anbieten, dich inspirieren und was du am Ende damit machst, ist deine Sache.
Zwölf Minuten dauert das Ganze. Das ist eingeteilt immer in Stücke von zwei Minuten. Du machst es dir einfacher, wenn du entweder eine Uhr daneben liegen hast, wo du die Zeit ablesen kannst, oder wenn du dir zum Beispiel einstellst, dass alle zwei Minuten mal kurz piepst. Du fängst damit an, dass du laut sprichst oder laut redest, singst, wenn du möchtest, mit der normalen Stimme, nicht superlaut, sondern einfach im normalen lauten Ton.
Und da gibt es vier Silben. Die sind auch ganz simpel. Die erste ist Sa, S-A. Die zweite ist Ta, T-A, Theodor Anton. Die erste war ja Siegfried Anton, jetzt ist Theodor Anton. Die dritte ist Na, Nordpol Anton. Und die vierte ist Ma. Jetzt weiß ich nicht genau, wie der Buchstabe im Alphabet vorkommt, aber M wie Martha, ich glaube Martha, ja, Martha, Anton.
Haben wir die einmal durch. Sa, Ta, Na, Ma. Und wenn ich die einfach nur ausspreche, dann klingt das ja schon fast wie ein bisschen gesungen. Du brauchst dich da gar nicht irgendwie groß aus dem Fenster zu lehnen, was das betrifft. Fang einfach mal damit an. Die ersten zwei Minuten sagst du diese Silben ganz entspannt immer nacheinander auf.
Und bei der ersten Silbe, nämlich dem Sa, berührst du mit dem Daumen dein Zeigefinger. Bei der zweiten, bei Ta, mit dem Daumen dein Mittelfinger. Bei Na, mit dem Daumen dein Ringfinger. Und bei Ma, mit dem Daumen, jetzt hättest du es wahrscheinlich schon fast gedacht, dein Kleinfinger. Und dann fängst du wieder mit Sa an und gehst wieder zu deinem Zeigefinger.
Und jetzt versucht Paulchen hier tatsächlich mit hochzuklettern. Das ist keine gute Idee, Paolo, ich sitze hier auf der Couch.
Übrigens sitzen, wie machst du das bei der Übung? Im Endeffekt wie du möchtest. Ich sitze häufig im Schneidersitz oder im halben Lotus auf dem Boden. Das ist aber überhaupt nicht nötig. Du kannst, wenn du sowas zu Hause hast, eine Meditationsmatte nehmen. Du kannst ein Meditationshöckerchen nehmen. Du kannst aber auch einfach auf einem Stuhl sitzen.
Im krassesten Fall sogar auf einem Sessel. Da ist jetzt kein fester Platz für, umso stabiler du sitzt, umso aufrechter du sitzt, desto besser. Das heißt, wenn du auf einem Stuhl sitzt oder auch auf einem Sessel, kannst du dich zum Beispiel vorne auf den vorderen Rand setzen. Deine Füße zusammenlassen, aber die Knie ein bisschen nach außen wegklappen.
Das macht mehr Stabilität und hilft, die Wirbelsäule aufzurichten. Das ist dann mal der Tipp, der kleine Tipp von der Physiotherapeutin. So ein bisschen wie so ein Cowboy auf dem Pferd, so ein bisschen wie Mansplaining, wie die Herren beim Mansplaining sitzen, zumindest dann, wenn sie die Knie ein bisschen weiter, noch weiter außen haben als ihre Füße. Das ist eine Haltung, die tatsächlich für Meditation, wenn man auf dem Stuhl sitzt, ganz gut geeignet ist.
Ja, vom Mansplaining zurück zu unserer Meditation. Das heißt, wir waren ja dabei, dass du die ersten zwei Minuten laut redest, die Silben aussprichst, in normalem Ton oder auch singst. Und danach kommen zwei Minuten, da flüsterst du sie nur noch, ganz leise. Und dann kommen zwei Minuten, da machst du das nur in deinem Kopf, ganz still. Was du allerdings weitermachst, ist die Berührung von Daumen mit den entsprechenden Fingerspitzen. Ich erkläre dir den Teil auch gleich noch mal. Dann machst du noch mal die zwei Minuten still. Das sind insgesamt vier Minuten.
Bei dem zwei Minuten Timer machst du da zweimal hintereinander. Dann kommen wieder zwei Minuten Flüstern und dann kommen, jetzt hättest du es wahrscheinlich auch schon gedacht, wieder zwei Minuten das Ganze normal laut aussprechen oder vor dich hinsingen. Und das war es schon. Die ganze Zeit hindurch berührst du mit deinem Daumen den entsprechenden Finger. Bei der Silbe Sa, bei der ersten, der Daumen den Zeigefinger. Bei der zweiten Silbe der Daumen den Mittelfinger. Bei der dritten Silbe, beim Na, der Daumen den Ringfinger. Und bei der vierten Silbe, dem Ma, berührt der Daumen den kleinen Finger. Das ist an sich eine relativ simple Sache. Du setzt dich hin, guckst, was du in der Uhr hast oder einen Timer, stellst ihn dir auf zwölf Minuten, am besten alle zwei Minuten ein kurzes Piep oder Gong oder was auch immer deine Uhr da macht. Dann machst du immer die gleichen Silben, immer die gleiche Fingerbewegung. Du sitzt dabei schön stabil. Erst zwei Minuten normal laut, dann zwei Minuten flüstern, dann zwei Minuten still, noch mal zwei Minuten still, zwei Minuten flüstern und zwei Minuten laut.
Und das war es auch schon. Und damit, wenn du das einmal am Tag machst, hey, die Wissenschaft sagt, du wirst epigenetisch jünger und dein Hirn altert weniger schnell. Insofern, ich kann es dir nur als Inspiration mitgeben. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und ich freue mich, von dir zu hören, wie du die Übung findest, wie gut es dir tut oder nicht gut oder was auch immer bei dir damit passiert.
Und ja, ich freue mich, dich morgen wieder bei mir dabei zu haben auf meinem Spaziergang. Tschüss!
Literatur:
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Healsens. (n.d.). Kirtan Kriya – Sa Ta Na Ma: A Scientifically Proven Practice for Brain and Emotional Health. healsens.com. https://healsens.com/kirtan-kriya/
Jefferson Health. (n.d.). Yes, Meditating Can Reverse Cognitive Decline. Here’s How. Jefferson Health. https://www.jeffersonhealth.org/your-health/living-well/yes-meditating-can-reverse-cognitive-decline-heres-how
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Khalsa, D. S. (2015). Stress, meditation and Alzheimer's disease prevention: Where the evidence stands. Journal of Alzheimer's Disease, 48(4), 1157-1168. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26445019/
Krucoff, M. (2016, June 14). Yoga and Kirtan Kriya Meditation Bolster Brain Functioning. Psychology Today. https://www.psychologytoday.com/us/blog/prime-your-gray-cells/201606/yoga-and-kirtan-kriya-meditation-bolster-brain-functioning
Lavretsky, H., Epel, E. S., Siddarth, H., et al. (2013). A pilot study of yogic meditation for family dementia caregivers with depressive symptoms: Effects on mental health, cognition, and telomerase activity. International Journal of Geriatric Psychiatry, 28(1), 57–65. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22407663/
Maddegoda Gedara Wasantha Ramya Kumari, H. K. B. M. S., et al. (2021). A review on therapeutic effect of kirtan kriya yoga. International Journal of Health Sciences and Research, 11(1), 241-245. https://www.ijhsr.org/IJHSRVol.11Issue.1_Jan2021/IJHSR35.pdf
UCLA Health. (2024). New UCLA Health study finds Kundalini yoga provided several benefits to cognition and memory for older women at risk of developing Alzheimer's disease…. Reddit.com. https://www.reddit.com/r/science/comments/1b0gu6g/researchfoundkundaliniyogaprovided_several/
Walling, C. (n.d.). Forschungsergebnisse Kirtan Kriya. Haus für Yoga. https://haus-fuer-yoga.de/wp-content/uploads/2018/05/Forschungsergebnisse-Kirtan-Kriya.pdf
Disclaimer:
Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht.
Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge.
Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken.
Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.
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