Aggression. Warum bin ich heute so aggressiv?
Shownotes
Hallo und herzlich willkommen bei Walk & Talk mit Ida! Ich freue mich, dass du wieder dabei bist hier im Westerwald – auch wenn du heute mit einer irrsinnig übel gelaunten Ida spazieren gehst. Ich bin nicht nur übel gelaunt, ich merke, ich bin sogar massiv aggressiv. Und das wurde im Laufe des Tages immer mehr. Und ich habe mich gefragt: Wo kommt das her? Und da dann meine Neugierde über die Aggressivität gesiegt hat – zum Glück, ich klinge ja auch wieder halbwegs normal, ja – habe ich dann mal versucht rauszufinden: Wie kann das eigentlich sein? Welche Faktoren kommen denn da zusammen, dass man so aggressiv werden kann an so einem ganz normalen, schönen Tag? Und da ja heute Dienstag ist und es um das Thema Resilienz geht und Aggression ja in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Resilienz ist – nämlich das Explodieren im Grunde bei kleinsten Dingen, das sich massiv Aufregen über Dinge, die es wahrscheinlich gar nicht nötig sind, die ausufernde Aggressivität vielleicht auch gegenüber anderen… Ich habe meine Familie ein bisschen angemotzt. Bisschen viel. Dann ist es mir auch erst richtig klar geworden, wie heftig ich drauf bin. Ja, da das das Gegenteil von Resilienz ist, dachte ich, passt das doch heute eigentlich ganz gut am Resilienz-Dienstag. Und dann habe ich mich mal auf die Suche gemacht nach meinen persönlichen Gründen. Und dabei sind mir zwei Sachen aufgefallen, nämlich erstens, dass ich gerade extremst frustriert bin. Ich komme nicht so richtig voran. Ich will die ganze Zeit schon Videos schneiden und ich will die ganze Zeit schon an meiner Webseite arbeiten, und ich verstehe mein Videoschneide-Programm nicht so richtig. Und dass die Videos nicht geschnitten sind, hält wiederum meinen Website-Bau auf, weil da sollen ja Videos mit rein. Und ich bin so verzweifelt daran. Schon seit drei Tagen versuche ich, dieses Programm… Ich arbeite mit Descript, vielleicht kennt sich jemand damit aus, ich würde mich echt mega freuen. Denn bei dem Audio hier, bei dem Podcast, funktioniert das super. Aber sobald ich versuche, damit Videos zu schneiden, bin ich echt völlig verrückt geworden. Ich habe mir super viele YouTube-Videos angeguckt, habe mit verschiedensten AIs darüber geredet, und das Problem, was ich hatte, konnten sie mir alle nicht erklären. Ja, man konnte dann da die AI in der Software verwenden. Das kostet dann tierisch viel Geld, wenn man die mal drauf loslässt. Funktioniert dann zwar, aber war jetzt nicht die Lösung, die ich gesucht habe. Genau, also ich habe mich rumgeschlagen und ich wurde auch echt immer frustrierter. Ich habe den Frust so richtig körperlich gespürt – so in meinem Bauch, in meiner Brust, in meinen Armen. Und dann habe ich auch gemerkt, so meine Stimme wird voll… dreht voll durch, irgendwas zwischen Wut und Trauer. Also der Frust wurde immer höher, die Verzweiflung. Das war auf jeden Fall Punkt 1: Also diese Hilflosigkeit, ja. Die Aggression kam bei mir definitiv durch die Hilflosigkeit. Also ich habe mich völlig hilflos gefühlt, und das hat bei mir so eine massive Mischung aus Wut und Trauer nach oben gebracht. Vielleicht schlackst das noch ein bisschen in meiner Stimme. Ich war echt so sauer. So sauer, dass dieses Programm – was eines der einfachsten auf dem Markt sein soll – so schwierig zu bedienen ist mit so einem ganz einfachen Task. Ich wollte einfach nur das Video vorne und hinten schneiden, und das hat schon nicht funktioniert. Und die AIs konnten mir nicht richtig helfen, und die YouTube-Videos haben ja alles Mögliche erzählt, aber nicht das – diese Kleinigkeit, die ich gebraucht habe. Genau, also es war auf jeden Fall Hilflosigkeit. Und vielleicht ist dir das ja auch schon mal aufgefallen, was mit dir passiert, wenn du dich hilflos fühlst. Wenn du merkst, du rennst, du rennst, du rennst – so wirklich diese aktive Hilflosigkeit, nicht: Ich stehe einem großen Berg gegenüber, ich sehe ihn und ich ducke mich und weiß – Hilflosigkeit, ich kann nicht mehr. Sondern: Da ist ein Problem, ich renne die ganze Zeit gegen diese scheiß Mauer, und irgendwann fühle ich mich aktiv hilflos, weil ich das Gefühl habe, ich habe schon alles ausprobiert. Es gab aber noch einen anderen Grund, und der hat mich auch interessiert. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich in den letzten Tagen relativ viel Kaffee getrunken habe. Ich trinke zwar nur Espresso, aber auch im Espresso ist ja, wenn man einige davon trinkt, einiges an Koffein drin. Und das Koffein, das steigert das Cortisol im Körper. Cortisol ist dir ja bestimmt schon häufiger mal untergekommen. Ich habe auch beschlossen, dadurch: Nächste Woche gibt es mal eine Folge über Cortisol und Dauerstress und was das eine mit dem anderen zu tun hat. Und was das eigentlich im Körper alles tut – da ist es jetzt wirklich Zeit für. Eigentlich war die Folge ja für heute geplant, aber heute musste dieses Aggressionsthema raus. Genau, also ich habe viel Kaffee getrunken, und es scheinen so ein paar Dinge zu geben, die bei mir effektiv die Aggression steigern. Das ging auch ohne Frust, weil: Ich hatte eine ganz tolle Weiterbildung in Mediation, und da gab es Kaffee. Gab auch Tee, aber Kaffee war irgendwie einfacher, der war ja schon fertig in der Kanne. Und dann habe ich einiges an Kaffee getrunken und habe gemerkt, tatsächlich, dass ich unglaublich aggressiv wurde. Also ich habe es dann nicht rausgelassen, weil es gab keinen Grund, aber es brodelte so richtig in mir. Es war richtig am heftig brodeln. Und als ich dann keinen Kaffee mehr getrunken habe an den anderen Tagen, dann wurde das definitiv besser, aber es hat schon relativ lange gedauert, bis es so ganz weg war. Also als ich dann drei Tage später wieder zu Hause war, dann hatte ich das Gefühl, war es wieder ganz weg. Also das hält bei mir ziemlich lange an. Mal gucken, wie lange mein Kaffeeproblem jetzt die nächsten Tage noch anhält. Was ich bei mir auch gemerkt habe, ist: Wenn ich mich insgesamt schlecht ernähre, wenig Vitamine zu mir nehme – was übrigens die letzten etwa zehn Tage bei mir auch der Fall war – dann kann es auch mal schlechter werden mit meiner Laune. Und interessanterweise: Es gibt für Erkältung so, ich glaube so Eukalyptus-ölgefüllte Kapseln. Wenn ich die nehme, dann kann ich tatsächlich direkt auf die Uhr gucken, und so zwei Stunden später werde ich so aggressiv wegen jedem kleinen Scheiß. Ich kann die Dinge echt nicht nehmen, obwohl sie ja wirklich gut wirken für die Nebenhöhlen, und ich da ja oft genug Probleme mit habe. Aber die gehen gar nicht. Deshalb, weil ich ja so viele Nebenhöhlen-Probleme immer hatte, weiß ich das ganz genau, dass ich die nicht nehmen kann, weil die mich wirklich aggressiv machen. Also so grundlos aggressiv, wo ich sonst nie so reagieren würde. Es scheint also diverse Dinge zu geben, und ich kann das jetzt nur mal an mir reflektieren. Ich werde das auch auf jeden Fall nochmal wissenschaftlich für dich raussuchen und dir Quellen dazu beim Transkript mit reinmachen, in den Podcast unten. Und ja, so eine kleine Recherche, die ich vorhin machen konnte zwischen meinen Versuchen, diese Software zum Laufen zu kriegen, war: Dass es da doch tatsächlich auch wissenschaftlich einiges gibt. Also dass Kaffee und die Steigerung von Cortisol und das potenziell ungesunde Essen vieles machen kann. Das wirkt sich auf den Darm aus, das wirkt sich auf das Gehirn aus. Das kann sich, wenn man das länger anhält, auf Entzündungen im Gehirn auswirken bei schlechter Ernährung. Da werde ich auch auf jeden Fall nochmal eine Folge zu machen, weil das finde ich insgesamt ein total spannendes Thema: Wie sich unsere Ernährung auf unsere Emotionen auswirkt. Das wird aber dann nochmal ein bisschen ausführlicher. Jetzt geht es ja wirklich um Frust, um Hilflosigkeit, um Aggression. Wie ist das denn bei dir? Woran merkst du es, wenn du aggressiv wirst? Merkst du es erst, wenn du… Oder merkst du es auch, wenn du noch einfach… Bei mir merke ich es mittlerweile, dass ich tatsächlich auch… In der Mediation treffe ich… Sondern da war es tatsächlich auch so, dass… aufgestiegen ist und wie es immer mehr wurde, und heute tatsächlich ist es mir auch Stück für Stück immer mehr aufgefallen – auch wenn dann leider meine Familie ein wenig meiner Aggression zu spüren bekommen hat, was natürlich total scheiße ist. Ich habe mir da total den Kopf nachher gemacht. Es hat mir total leidgetan. Ich habe mich entschuldigt. Das ist halt dann… werde ich etwas lauter, als ich will, und das ist unschön. Und gerade deshalb ist es so wichtig, an diesem Resilienzthema für sich selber, für dich: Dass… so eine Aggression in dir aufsteigt. Woran erkennst du, was die Ursache ist? Ist es vielleicht bei dir auch Kaffee? Ich weiß… Ich werde ja nochmal genau untersuchen, ob das öfter mal so ist, dass ich eben alles vermeide, was mich eben in diese Aggressivität, in diese Frustration bringt. Und erst recht, wenn es Lebensmittel sind – also wenn es ums Essen geht, wenn es ums Trinken geht. Thema Alkohol wissen ja viele, da brauche ich jetzt gar nicht drüber zu reden, glaube ich. Erstens, weil ich es garantiert nicht getrunken habe jetzt heute, und zweitens, weil es relativ bekannt ist: Unter Alkoholeinfluss kann man aggressiv werden. Aber mir geht es jetzt eher um diese Sachen, die normal sind für uns Menschen, wie zum Beispiel Kaffee. Also, meine Frage an dich: Woran merkst du es, und woher weißt du, was der Grund ist bei dir? Denn nur wenn man den Grund versteht, dann kann man ja auch was im Vorfeld dagegen tun. Ich wünsche dir einen schönen, völlig unaggressiven Tag, einen ganz tollen weiteren Spaziergang durch deinen Wald. Ich laufe jetzt weiter durch meinen Wald, reg mich weiter ab, hoffe, dass das Koffein und das Cortisol schnell aus meinem Körper rausgehen. Und ich glaube, ich laufe einfach so lange, bis alles abgebaut ist und ich voll entspannt wieder zurückkomme und mich irgendwie gefühlt zum fünften Mal bei meiner Familie für meine Laune entschuldige. Also, mach's gut!
🔬 Wissenschaftliche Grundlagen & Literaturverzeichnis Die folgenden Quellen bilden die wissenschaftliche Basis für die in dieser Episode besprochenen Themen. Alle Zitate folgen dem APA-7 Zitierstil. Thema 1: Koffein, Cortisol und Aggressivität Kernaussagen:
Koffein blockiert Adenosinrezeptoren im Hypothalamus, was zu einer verstärkten Ausschüttung von Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) führt Dies aktiviert die HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) und steigert die Cortisolfreisetzung um bis zu 50% über Basalwert Cortisol erhöht die neuronale Reaktivität in der Amygdala, was die Wahrnehmung von Bedrohung und Ärger verstärkt Chronischer Koffeinkonsum führt zu partieller Toleranz, aber Nachmittagsdosen können die Cortisolexposition verlängern Genetische Polymorphismen (CYP1A2) bestimmen die Metabolisierungsgeschwindigkeit: "Slow Metabolizer" haben ein höheres Risiko für Cortisol-induzierte Reizbarkeit
Literatur: al'Absi, M., & Lovallo, W. R. (2004). Caffeine effects on cardiovascular and neuroendocrine responses to acute psychosocial stress and their relationship to family history of hypertension. Biological Psychology, 65(3), 269–290. Bohnke, R., Bertsch, K., Kruk, M. R., & Naumann, E. (2010). Exogenous cortisol enhances aggressive behavior in females, but not in males. Psychoneuroendocrinology, 35(7), 1034–1044. Denson, T. F., Jacobson, M., von Hippel, W., Kemp, R. I., & Mak, T. (2011). Caffeine expectancies but not caffeine reduce depletion-induced aggression. Psychology of Addictive Behaviors, 25(1), 140–144. Guest, N., Corey, P., Vescovi, J., & El-Sohemy, A. (2018). Caffeine, CYP1A2 genotype, and endurance performance in athletes. Medicine & Science in Sports & Exercise, 50(8), 1570–1578. Kristjansson, A. L., Kogan, S. M., & James, J. E. (2021). Adolescent caffeine consumption and aggressive behavior: A longitudinal assessment. Journal of Youth and Adolescence. Lovallo, W. R., Whitsett, T. L., al'Absi, M., Sung, B. H., Vincent, A. S., & Wilson, M. F. (2005). Caffeine stimulation of cortisol secretion across the waking hours in relation to caffeine intake levels. Psychosomatic Medicine, 67(5), 734–739. Mehta, P. H., & Josephs, R. A. (2010). Testosterone and cortisol jointly regulate dominance: Evidence for a dual-hormone hypothesis. Hormones and Behavior, 58(5), 898–906. Nicholson, S. A. (1989). Effects of caffeine on the hypothalamo-pituitary-adrenocortical axis in the rat. Life Sciences, 44(15), 1021–1033. Wikoff, D., Welsh, B. T., Henderson, R., Brorby, G. P., Britt, J., Myers, E., … & Tande, S. (2017). Systematic review of the potential adverse effects of caffeine consumption in healthy adults, pregnant women, adolescents, and children. Food and Chemical Toxicology, 109, 585–648.
Thema 2: Hilflosigkeit, Frustration und Aggression Kernaussagen:
Die Frustrations-Aggressions-Hypothese besagt, dass Frustration (Blockierung zielgerichteter Handlungen) einen Zustand negativen Affekts und hohen Arousals erzeugt Aktive Hilflosigkeit (wiederholte erfolglose Lösungsversuche) führt zu hoher Reizbarkeit und niedriger Schwelle für reaktive Aggression Passive Hilflosigkeit (erlernte Hilflosigkeit) entsteht, wenn das Individuum lernt, dass Handeln keinen Einfluss hat – führt zu Apathie und Autoaggression Aggression resultiert aus einem Ungleichgewicht zwischen limbischen "Bottom-Up"-Signalen (Amygdala) und präfrontaler "Top-Down"-Regulation Unkontrollierbarer Stress führt zur Hyperaktivität serotonerger Neuronen im Dorsalen Raphe-Kern (DRN), was paradoxerweise mit erlernter Hilflosigkeit assoziiert ist
Literatur: Abramson, L. Y., Seligman, M. E., & Teasdale, J. D. (1978). Learned helplessness in humans: Critique and reformulation. Journal of Abnormal Psychology, 87(1), 49–74. Amat, J., Paul, E., Zarza, C., Watkins, L. R., & Maier, S. F. (2006). Previous experience with control over stress blocks the behavioral and dorsal raphe nucleus activating effects of later uncontrollable stress: Role of the ventral medial prefrontal cortex. Journal of Neuroscience, 26(51), 13264–13272. Anderson, C. A., & Bushman, B. J. (2002). Human aggression. Annual Review of Psychology, 53, 27–51. Barreto, G., Müller, C. P., Holczer, A., Koch, W., & Sperlagh, B. (2021). The role of adenosine receptors in the neurobiology of coffee consumption. Nutrients, 13(12), 4330. Bohnke, R., Bertsch, K., Knippels, S., & Naumann, E. (2010). Salivary cortisol and trait aggression: The moderating role of child maltreatment. Psychoneuroendocrinology, 35(7), 1057–1066. Cooper, M. A., McIntyre, K. L., & Huhman, K. L. (2008). Activation of 5-HT1A autoreceptors in the dorsal raphe nucleus reduces the behavioral consequences of social defeat. Psychopharmacology, 196(2), 205–213. Greenwood, B. N., Foley, T. E., Day, H. E., Campisi, J., Hammack, S. H., Watkins, L. R., & Fleshner, M. (2003). Freewheel running prevents learned helplessness/behavioral depression: Role of dorsal raphe serotonergic neurons. Journal of Neuroscience, 23(7), 2889–2898. Maier, S. F., & Watkins, L. R. (2005). Stressor controllability and learned helplessness: The roles of the dorsal raphe nucleus, serotonin, and corticotropin-releasing hormone. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 29(4-5), 829–841. Seligman, M. E. (1972). Learned helplessness. Annual Review of Medicine, 23(1), 407–412. Siep, N., Tonnaer, F., van de Ven, V., Arntz, A., Raine, A., & Cima, M. (2019). Anger provocation increases limbic and decreases medial prefrontal cortex connectivity with the left amygdala in reactive aggressive violent offenders. Brain Imaging and Behavior, 13(5), 1272–1282.
Thema 3: Ernährung, Darm-Hirn-Achse und emotionale Regulation Kernaussagen:
Psychobiotika (Lactobacillus, Bifidobacterium) normalisieren die HPA-Achse und dämpfen Cortisol/ACTH Das Darmmikrobiom produziert Neurotransmitter (Serotonin, GABA) und überträgt Signale via Vagusnerv ans Gehirn Mediterrane Ernährung → mikrobielle Diversität → kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) → Darmbarriere-Schutz und anti-neuroinflammatorisch Westliche Diät/Ultra-Processed Foods → reduzierte Diversität → proinflammatorische Zytokine → erhöhte Stressanfälligkeit Vitamin-/Mineralstoffmangel beeinträchtigt neuronale Funktion und emotionale Regulation
Literatur: (Hinweis: Die folgenden Quellen stammen aus den wissenschaftlichen Dokumenten in der Project Knowledge) Carabotti, M., Scirocco, A., Maselli, M. A., & Severi, C. (2015). The gut-brain axis: Interactions between enteric microbiota, central and enteric nervous systems. Annals of Gastroenterology, 28(2), 203–209. Cryan, J. F., O'Riordan, K. J., Cowan, C. S. M., Sandhu, K. V., Bastiaanssen, T. F. S., Boehme, M., … & Dinan, T. G. (2019). The microbiota-gut-brain axis. Physiological Reviews, 99(4), 1877–2013. Foster, J. A., & Neufeld, K. A. M. (2013). Gut-brain axis: How the microbiome influences anxiety and depression. Trends in Neurosciences, 36(5), 305–312. Jacka, F. N., O'Neil, A., Opie, R., Itsiopoulos, C., Cotton, S., Mohebbi, M., … & Berk, M. (2017). A randomised controlled trial of dietary improvement for adults with major depression (the 'SMILES' trial). BMC Medicine, 15(1), 23. Lane, M. M., Davis, J. A., Beattie, S., Gómez-Donoso, C., Loughman, A., O'Neil, A., … & Marx, W. (2021). Ultraprocessed food and chronic noncommunicable diseases: A systematic review and meta-analysis of 43 observational studies. Obesity Reviews, 22(3), e13146. Sarkar, A., Lehto, S. M., Harty, S., Dinan, T. G., Cryan, J. F., & Burnet, P. W. J. (2016). Psychobiotics and the manipulation of bacteria-gut-brain signals. Trends in Neurosciences, 39(11), 763–781. Valles-Colomer, M., Falony, G., Darzi, Y., Tigchelaar, E. F., Wang, J., Tito, R. Y., … & Raes, J. (2019). The neuroactive potential of the human gut microbiota in quality of life and depression. Nature Microbiology, 4(4), 623–632.
Thema 4: Ätherische Öle und emotionale Nebenwirkungen Kernaussagen:
1,8-Cineol (Hauptinhaltsstoff Eukalyptusöl) beeinflusst GABAerge, glutamaterge, cholinerge und monoaminerge Neurotransmission Erhöhung der GABA-Konzentration im Gehirn → normalerweise anxiolytisch und sedierend ABER: Paradoxe Reaktionen möglich durch idiosynkratische Sensitivität, assoziatives Lernen im limbischen System oder Überdosierung Individuelle Reaktionen können zu Reizbarkeit, Agitiertheit oder Aggression führen (besonders bei Demenzpatienten dokumentiert) Darm-Mikrobiom-Hirn-Achse: Ätherische Öle können Mikrobiom beeinflussen → veränderte Neurotransmitter-Produktion
Literatur: (Hinweis: Die folgenden Quellen stammen aus dem wissenschaftlichen Dokument "Ätherische Öle: Emotionale Nebenwirkungen erforschen" in der Project Knowledge) Ayaz, M., Sadiq, A., Junaid, M., Ullah, F., Subhan, F., & Ahmed, J. (2017). Neuroprotective and anti-aging potentials of essential oils from aromatic and medicinal plants. Frontiers in Aging Neuroscience, 9, 168. Burns, E., Zobbi, V., Panzeri, D., Alimonti, A., Benatti, C., Corsini, G., … & Poli, F. (2007). Aromatherapy in childbirth: A pilot randomised controlled trial. BJOG: An International Journal of Obstetrics & Gynaecology, 114(7), 838–844. Juergens, U. R., Dethlefsen, U., Steinkamp, G., Gillissen, A., Repges, R., & Vetter, H. (2003). Anti-inflammatory activity of 1,8-cineol (eucalyptol) in bronchial asthma: A double-blind placebo-controlled trial. Respiratory Medicine, 97(3), 250–256. Moss, M., Hewitt, S., Moss, L., & Wesnes, K. (2008). Modulation of cognitive performance and mood by aromas of peppermint and ylang-ylang. International Journal of Neuroscience, 118(1), 59–77. O'Lenick, C. J., Moncayo, R., Gilles, S., Durner, J., Behrendt, H., Ring, J., … & Darsow, U. (2011). The impact of essential oils on aromatic allergens. Environmental Science & Technology, 45(22), 9849–9855. Saiyudthong, S., & Marsden, C. A. (2011). Acute effects of bergamot oil on anxiety-related behaviour and corticosterone level in rats. Phytotherapy Research, 25(6), 858–862. Wollenberg, B., et al. (2023). 1,8-cineole (eucalyptol): A versatile phytochemical with therapeutic applications across multiple diseases. Biomedicine & Pharmacotherapy, 167, Article 115467.
Thema 5: Cortisol, Stress und die HPA-Achse Kernaussagen:
Die HPA-Achse (Hypothalamus → CRH, Hypophyse → ACTH, Nebennieren → Cortisol) ist das primäre Stresshormonsystem Akutes Cortisol mobilisiert Energie für "Kampf-oder-Flucht", erhöht aber auch Amygdala-Reaktivität Chronisches Cortisol führt zu Hippocampus-Atrophie, Gedächtnisproblemen, Immunsuppression, Insulinresistenz Cortisol-Aufwachreaktion (CAR) bei chronischem Stress erhöht → Prädiktor für Depression Diurnaler Cortisol-Abfall bei Dauerstress abgeflacht → allostatische Last
Literatur: (Hinweis: Die folgenden Quellen stammen aus verschiedenen wissenschaftlichen Dokumenten in der Project Knowledge) Dickerson, S. S., & Kemeny, M. E. (2004). Acute stressors and cortisol responses: A theoretical integration and synthesis of laboratory research. Psychological Bulletin, 130(3), 355–391. Fries, E., Dettenborn, L., & Kirschbaum, C. (2009). The cortisol awakening response (CAR): Facts and future directions. International Journal of Psychophysiology, 72(1), 67–73. Hellhammer, D. H., Wüst, S., & Kudielka, B. M. (2009). Salivary cortisol as a biomarker in stress research. Psychoneuroendocrinology, 34(2), 163–171. McEwen, B. S. (2007). Physiology and neurobiology of stress and adaptation: Central role of the brain. Physiological Reviews, 87(3), 873–904. Miller, G. E., Chen, E., & Zhou, E. S. (2007). If it goes up, must it come down? Chronic stress and the hypothalamic-pituitary-adrenocortical axis in humans. Psychological Bulletin, 133(1), 25–45. Sapolsky, R. M. (2004). Why zebras don't get ulcers: The acclaimed guide to stress, stress-related diseases, and coping (3rd ed.). Henry Holt and Company. Steptoe, A., Hamer, M., & Chida, Y. (2007). The effects of acute psychological stress on circulating inflammatory factors in humans: A review and meta-analysis. Brain, Behavior, and Immunity, 21(7), 901–912.
Disclaimer:
Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht. Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge. Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken. Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.
Neuer Kommentar